Vom Papierarchiv zum digitalen Gedächtnis des Oldenburger Münsterlands
Ein Stück regionaler Geschichte wird digital: Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland hat gemeinsam mit den OM-Medien und der Landesbibliothek Oldenburg den ersten großen Meilenstein erreicht. Die historischen Ausgaben der Oldenburgischen Volkszeitung von 1911 bis 1921 sind nun online frei zugänglich. Damit beginnt der Aufbau eines umfassenden digitalen Gedächtnisses für die Region.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die alten Zeitungsbände, teils aus dem 19. Jahrhundert, sind vom Zahn der Zeit gezeichnet. Das Papier wird brüchig, die Schrift verblasst. Für den Heimatbund stand fest: Dieses kulturelle Erbe darf nicht verloren gehen. Zusammen mit Partnern startete er deshalb ein ambitioniertes Digitalisierungsprojekt, das die über 180-jährige Geschichte der OV dauerhaft sichern und zugänglich machen soll.
„Die OV ist ein Spiegel des Alltags, von Politik, Kultur und Vereinswesen seit 1834“, betonte Landrat Tobias Gerdesmeyer bei der Eröffnung. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit – und wir wollen ihn gewinnen.“
Präzise Handarbeit und moderne Technologie
Seit Ende 2024 läuft die Digitalisierung auf Hochtouren. Rund 600.000 Seiten werden in den kommenden Jahren behutsam eingescannt – Seite für Seite, von Hand. Die sensiblen Originale sind zu fragil für Maschinenarbeit. Das Andreaswerk in Lohne übernimmt diesen anspruchsvollen Part, unterstützt durch Fördermittel und Sponsoren.
Im Anschluss sorgt modernste Software der Landesbibliothek Oldenburg für die Texterkennung, sogar in der alten Frakturschrift. Damit werden die digitalisierten Zeitungen durchsuchbar, was einen unschätzbaren Gewinn für Historiker, Forschende und alle Interessierten darstellt.
Geschichte für alle, jederzeit erreichbar
Die digitalisierten Ausgaben sind über das Online-Archiv des Heimatbunds unter www.heimatbund-om.de abrufbar. Über den Menüpunkt „Digitales Gedächtnis“ gelangen Nutzer zum Portal. Dort können sie kostenlos stöbern und lesen.
Zunächst sind alle Ausgaben bis 1945 frei verfügbar. Neuere Jahrgänge werden nach und nach ergänzt, im Einklang mit den Urheberrechtsbestimmungen. So wächst das digitale Archiv Jahr für Jahr weiter.
Große digitale Schritte für Institutionen jeder Größe
Das Projekt beweist, das selbst Bestandshalter mit wenig personellen Ressourcen und Sachmitteln ihre Bestände auf hohem Niveau digital verfügbar machen können. Mit Energie, Weitblick und nachhaltiger Arbeit lässt sich viel erreichen, für die Region und das eigene Institut.
Der vollständige Artikel (als PDF) aus der Oldenburgischen Volkszeitung ist unter folgendem Link abrufbar.
Für Fragen oder eine individuelle Beratung zur Digitalisierung mit Visual Library stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf unter www.walternagel.de/kontakt.
Regionale Geschichte wird digital erlebbar
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